2010 - August

07.08.2010, Samstag,  |  Erste Gäste

Ein Dach überm Kopf, Fenster zum Rausgucken und eine Tür zum Reingehen - was liegt also näher, als die 3-Personen-Beschränkung für Besuche bei Schlechtwetter (mehr haben IN unserer Bauhütte keinen Platz beim essen) aufzuheben und das Esszimmer im neuen Haus einzuweihen!?

Das dass Raumklima schon im Rohbau ein angenehmes ist, konnten wir schon öfter feststellen. Egal ob draußen 33°C oder 15°C, die heute die Tageshöchsttemperatur darstellten - es duftet angenehm nach Holz und die Temperatur bleibt recht stabil und kurzarmtauglich.

 

Mit Hilfe von Raphael, Ingrid und Leopold haben wir schließlich die geplante Lage unseres Esstisches auf Herz, Karfiolcremesuppe, Putenroller, Eis, Apfestrudel und Nieren getestet und für gut befunden. Vielen Dank für den Besuch! :)


19.08.2010, Donnerstag,  |  Blower Door Test I

Um die Dichtheit der Gebäudehülle zu überprüfen, wurde heute der erste Blower Door Test durchgeführt. Der Zeitpunkt ist so gewählt, dass die luftdichte Hülle vorhanden ist, aber noch keine Wand oder Bodenbeläge aufgebracht wurden - so können im Falle einer zu großen Leckrate noch Maßnahmen an der freiliegenden Hülle ergriffen werden, welche später gar nicht oder nur mit einem erheblichen baulichen Aufwand möglich sind.
Zuerst wird durch einen Ventilator in der Tür ein Unterdruck von 50Pa (0,0005bar) erzeugt. So kann durch den entstehenden Zug leicht festgestellt werden, ob Undichtheiten bei Fugen und Ritzen bestehen. Diese werden - soweit möglich - z.B. mit Hilfe von Klebebändern sofort behoben. Danach folgt ein weiterer Test mit Überdruck, der erfahrungsgemäß einen niedrigeren Wert ergibt, da die Klebebänder durch den Druck zusätzlich an den Untergrund angepresst werden. Der Mittelwert beider Messungen ergibt den Protokollwert - bei uns 0,54. Der Wert besagt, dass bei einem Über-/Unterdruck von 50Pa in einer Stunde 54% des gesamten Gebäudeinnenvolumens durch die Hülle entfleuchen. Für uns gilt ein oberer Grenzwert von 1,0 da wir kein waschechtes Passivhaus haben - vorgenommen haben wir uns aber den Grenzwert für ebendiese: 0,6  => Bestanden! Im bezugsfertigen Zustand des Hauses erfolgt eine weitere Messung, welche durch Innenputz und Bodenbelag niedriger ausfallen sollte.
Warum das Ganze? Weil Undichtheiten in der Hülle die größten Feinde des Gebäudes sind. Nicht nur, dass durch die Ritzen im Winter wertvolle Wärme entweicht - mit der Wärme gelangt auch relativ feuchte Raumluft in die Dämmschicht und kondensiert dort aufgrund der niedrigeren Temperatur. Die Durchfeuchtung sorgt erst für die Wirkungslosigkeit der Dämmung und langfristig für Gebäudeschäden.


Unten sitzt der Ventilator (in dem Fall mit Blasrichtung nach außen, also Erzeugung von Unterdruck im Haus),
oben hängt das Messgerät. Es vergleich die Drücke im und außerhalb des Hauses.


Bei -51,1 Pa (das "-" steht vor Unterdruck) entweichen 127m³ pro Stunde durch die Gebäudehülle.
Das sind knapp über 50% des Gebäudeinnenvolumens oder ein Wert von 0,55.